Am 29. April 2011 darf ich als Referent für das Zentrum Polis “Politik lernen in der Schule”, einen Workshop zum Thema “Elektronische Demokratie und E-Voting” halten (Link).
Vor einiger Zeit habe ich einen solchen Workshop als Vorschlag dem Bundesministerium für Unterricht und Kunst und Kultur unterbreitet. Mein Veranlassung ist mein Verständnis, dass nicht die Jugendlichen und nachkommenden Generationen ein Problem in der Bedienung der Systeme haben, aber dass eine gewisse Medienkompetenz sowie ein grundlegendes politisches Verständnis entscheidend sind.
Die Einführung neuer Wahltechnologien soll nicht unkritisch und unreflektiert geschluckt werden, auch sie muss sich einem gesellschaftlichen Dialog stellen. An diesem Dialog kann ich aber nur erfolgreich teilnehmen, wenn ich mich genau mit dem Zusammenspiel von Technik und Politik auseinandersetze. Dann sind die jungen Wählerinnen und Wähler in der Lage informiert und kompetent mit den neuen technischen Möglichkeiten umzugehen.
Dieser Umgang braucht Ausbildung und Unterstützung. Zum einen um den Digital Divide, die digitale Spaltung einer Gesellschaft zu verhindern und zum anderen Medienkompetenz auszubilden. Ich bin bekanntlich kein Verfechter eines aktiven Staates außer im Bereich der Bildung, wenn es um die Herstellung von Chancengleichheit und gleichen Startbedingungen geht. Daher muss auch das Thema elektronische Demokratie und elektronisches Wählen in die Schulen getragen werden.
In Ländern wie Österreich ist das Schulwesen Staatsaufgabe und es herrscht Schulpflicht, dass heißt, hier besteht die Möglichkeit unabhängig von der Ausstattung des Elternhauses mit Breitbandinternet oder Computer einen universellen Zugang zu Technologie zu ermöglichen.
Woran kann es aber jetzt noch Scheitern? Es müssten doch praktisch alle Schülerinnen und Schüler in der Lage sein, den Umgang mit dem Computer zu erproben und es sollte in zukünftigen Generationen keinen Digital Divide innerhalb eines Landes etc. geben. Dem ist nicht so.
Ein Ansatzpunkt zu Verbesserung ist die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer, sie sind die Begleiter dieser Heranwachsenden für einen langen Zeitraum und können ihnen diesen kompetenten Umgang mit neuen Medien und Technologien vermitteln. Das nicht jede Lehrerin oder Lehrer ein Computercrack ist, ist logisch, aber dennoch kann mit Sensibilisierung und Diskussion innerhalb des Unterrichts sehr viel ermöglicht werden.
Ich sehe diesen Workshop als eine Möglichkeit, die Kompetenz der Lehrerinnen und Lehrer zu erweitern und sich einem kritischen Dialog zu stellen, damit dieser kritische Dialog weiter in jeden einzelnen Klassenraum getragen wird. Ich freue mich sehr auf diesen Workshop.